IGBCE Vor Ort

Vertrauensleute

Die Gewerkschaften können ihren gesellschaftlichen Aufgaben nur dann gerecht werden, wenn die Mitglieder unmittelbar an der Meinungs- und Willensbildung beteiligt sind.

Dieses demokratische Prinzip ist eine wichtige Vorraussetzung, um eine erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit leisten zu können. Bei der IG BCE sind die Mitglieder über die Vertrauensleute an allen wichtigen Entscheidungsprozessen der Organisation beteiligt. In § 28 der Satzung wird als Auftrag der Organisation erklärt, dass in allen Betrieben gewerkschaftliche Vertrauensleute zu wählen sind, und dass diese Vertrauensleute bei der innergewerkschaftlichen Willensbildung mitwirken.

Vertrauensleute vertreten also die Mitglieder im Betrieb und darüber hinaus in den verschiedenen Gremien der Gewerkschaft. Dadurch ist gewährleistet, dass die Wünsche der Mitglieder über ihre Vertrauensleute in diesen Gremien zum Tragen kommen. Umgekehrt geben die Gremien der Organisation ihre Vorstellungen über die Vertrauensleute weiter.

Die Aufgaben der Vertrauensleute in den Betrieben sind vielfältig. Sie informieren ihre Kollegen über die Ziele und Positionen der Gewerkschaft, machen sie mit ihren Rechten und Pflichten als Arbeitnehmer vertraut, klären auf über wichtige Aspekte des Gesundheitsschutzes, der Unfallverhütung und Betriebssicherheit, achten auf die Einhaltung der entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und vieles mehr.

Vertrauensleute nehmen Einfluss auf die Besetzung der Organisationsgremien der IG BCE. Die Vertrauensleute eines Betriebes wählen ihre Delegierten für die alle vier Jahre stattfindende Bezirksdelegiertenkonferenz, die wiederum über die Zusammensetzung des Gewerkschaftskongresses entscheidet, der dann die Spitzengremien der IG BCE wie beispielsweise den Hauptvorstand wählt. Vertrauensleute werden immer im Jahr vor dem Gewerkschaftskongress durch die Mitglieder gewählt, also ebenfalls alle vier Jahre. Mit den Vertrauensleutewahlen wird somit jeweils ein Wahlturnus der IG BCE eingeleitet.

 

Ortsgruppen

Die Ortsgruppen haben in der IG BCE eine zentrale Bedeutung. Eine Konzentration von gewerkschaftlichen Aktivitäten nur in den Betrieben reicht nicht aus, um in den wichtigen gesellschaftlichen Bereichen als Gewerkschaft Einfluss nehmen zu können.

Deshalb bilden die Aktivitäten in den Ortsgruppen eine unverzichtbar wichtige Säule in der gewerkschaftspolitischen Arbeit. Denn nicht nur durch die Vertrauensleute in den Betrieben, sondern auch im persönlichen Umfeld am Wohnort wird die IG BCE von Mitgliedern und Öffentlichkeit wahrgenommen und erlebbar. Dabei werden bewusst die Familienangehörigen in die Aktivitäten der Ortsgruppen mit einbezogen. Wie die IG BCE bundesweit wirken die Ortsgruppen vor Ort wie eine solidarische Klammer. Denn in ihnen ist die gesamte Vielfalt der Mitglieder vereint. Gleich aus welcher Branche, ob Auszubildender oder Rentner, ob Arbeiter oder Angestellter, alle Mitglieder, die im Wirkungsbereich der Ortsgruppe wohnen, können und sollen sich mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen in die örtliche Gewerkschaftsarbeit einbringen.

Die Ortsgruppen sind Basis der gewerkschaftspolitischen Willensbildungsprozesse. Sie sind zugleich ein entscheidendes Bindeglied zwischen den Mitgliedern innerhalb und außerhalb der Betriebe.

Funktionsfähige Ortsgruppen sind deshalb wesentliches Element und solide Grundlage für die Arbeit der IG BCE.

Von ihnen hängt die Funktionsfähigkeit der Gesamtorganisation ebenso ab, wie die Funktionsfähigkeit der Bezirke und Landesbezirke. Wenn beispielsweise Betreuung und Information der Mitglieder oder die Mitgliederwerbung nicht funktionieren, oder wenn die damit eng verbundene Förderung von Nachwuchs an Funktionsträgern vernachlässigt wird, dann leidet zwangsläufig die Leistungsfähigkeit der gesamten IG BCE. Die Aufgaben der Ortsgruppen ergeben sich aus der Satzung und der Richtlinie Ortsgruppen. Dabei stellt dieser Aufgabenkatalog ein Rahmen dar, in dem sich die jeweilige Ortsgruppe bewegen kann. Jede Ortsgruppe kann also innerhalb dieses Rahmens die Schwerpunkte ihrer Arbeit selbst bestimmen.

Das macht Sinn, denn die Ortsgruppen sind nicht nur von ihrer Größe und Struktur unterschiedlich zusammengesetzt, es gibt auch regionale und örtliche Eigenheiten. Das hat zwangsläufig auch unterschiedliche Interessen der Mitglieder zur Folge.

Deshalb brauchen die Ortsgruppenvorstände einen eigenen Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum. Sie sollen unter Berücksichtigung der Interessen der Mitglieder die Schwerpunkte ihrer Arbeit selbst bestimmen und ausfüllen können. Einfallsreichtum und schöpferisches Vermögen jedes einzelnen Mitgliedes müssen für die Ortsgruppenarbeit genutzt werden. Denn gerade in den Ortsgruppen soll die offene, mitgliedernahe, beteiligungs- und dialogorientierte Organisation erlebbar werden.

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